Kotwasser bei Pferden

Was ist eigentlich genau Kotwasser und wo kommt es her?

Diesen Fragen sind schon viele nachgegangen und haben keine eindeutige Erklärung dafür gefunden-sehr zum Leidwesen der kotwassergeplagten Pferde und Ihren teils schon verzweifelten Besitzern.

Kotwasser ist kein Vergleich mit Durchfall, denn bei Kotwasser haben die Pferdeäpfel eine normale Trockensubstanz-hingegen das Kotwasser das nicht gebundene Wasser ist. Man hat heraus-gefunden, dass viele verschiedene Faktoren zum Kotwasser führen können, das fängt bei der Fütterung an und hört bei der Haltung noch längst nicht auf. Selbst die Rangordnung, das Geschlecht und sogar die Fellfarbe spielen eventuell eine Rolle-zumindest wurde dies auffällig oft beobachtet. Man stellte sogar die Vermutung an, dass rund 30% der Kotwasser-Pferden rangniedrige, gescheckte Wallache seien-dies ist jedoch nicht klar belegt. Tatsache ist, dass es vor allem in den Wintermonaten zustande kommt-besonders, wenn viele Pferde auf engerem Raum in Gruppenhaltung gehalten werden.

 

Doch wie kann ich erkennen, woher das Kotwasser genau kommt? Dies ist leider eine sehr umfangreiche „Detektiv-Arbeit“ mit viel Geduld und Ursachenforschung.

Betrachten Sie Ihr Pferd wirklich ganzheitlich, denn Kotwasser ist meist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren und Auslösern. Nur, wenn das Pferd körperlich als auch seelisch im Einklang ist, ist es gesund-dies gilt ganz besonders für Pferde mit Kotwasser und dem äußerst sensiblen Verdauungstrakt.

 

Die Ernährung und vor allem hochwertiges Heu (damit ist kein energiereiches Heu gemeint) ist die Grundlage im Kampf gegen das Kotwasser. Ein gutes soziales Umfeld & Zuwendung rundet das Ganze ab. Nehmen Sie sich einmal Zeit, beobachten Ihr Pferd in aller Ruhe und achten besonders auf folgende Dinge:

Wie ist die Nahrungsaufnahme, auch im Gruppenverband? Wie ist das Verhalten in der Gruppe, ist Ihr Pferd rangniedrig und wird immer wieder beim Fressen gestört? Wie sieht das Futter / Heu / Stroh aus? Welche Qualität hat es? Bekommt Ihr Pferd genügend Raufutter, mit nicht allzu großen Fresspausen?

 

Zudem sollten noch folgende Aspekte mit einbezogen werden:

  • Bekommt ihr Pferd genügend Zeit/Zuwendung in Ruhe-auch mal ohne „Reit-Stress“?
  • Wird das Pferd ausreichend bewegt / hat es einen Ausgleich?
  • Wie viele Personen kümmern sich um das Pferd?

 

Diese und ähnliche Fragen sollten bei der Ursachenforschung definitiv mit einbezogen werden.

Bei der Heuqualität ist es so, dass nicht immer das gut riechendes & grünliches Heu auch das Optimum für Pferde ist-ggf kann Ihnen eine Heuanalyse Aufschluss über den tatsächlichen Gehalt an Zucker, Toxinen, Pilzen oder ähnliches geben-welches nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Ein zu hoher Zuckergehalt ist maßgeblich daran beteiligt, dass ein Pferd massive Darm-und anderen schwerwiegende Probleme bekommen kann.

Es wird daher ein großer Zusammenhang zwischen Futterqualität, Rangordnung und Stress vermutet-oftmals ist es ein Zusammenspiel aus Allem. Auch wenn Ihr Pferd keinen „gestressten“ Eindruck macht-es gibt heutzutage sehr viele Pferde mit einem unentdeckten Magengeschwür, welche Ihren Stress „in sich reinfressen“ und nicht zeigen-daher ist ein genaues Beobachten / Abklärung unabdingbar.

 

Vorab sollten Sie Ihr Pferd jedoch schulmedizinisch abklären lassen, dazu gehört die Zahnkontrolle, Parasiten, ph-Wert und ein umfangreicher Bluttest auf verschiedenste Parameter, der ein organisches Problem ausschließen lässt.

In vielen Fällen ergibt eine klinische Untersuchung nicht das „gewünschte“ Ergebnis, welches auf ein klares Problem hindeuten lässt. Somit geht die Ursachenforschung weiter und dahingehend muss man leider zugeben: Es gibt kein alleiniges „Wundermittel“, dass bei jedem Pferd wirkt.

 

Es werden diverse Futtermittelzusätze im Handel angeboten, die mal mehr oder weniger erfolgreich sind-auch naturheilkundliche Mittel / Futtermitteltipps werden hier sehr vielfältig ausprobiert. Es werden u.a. Bierhefe, Brottrunk, Leinsamenprodukte, Flohsamen, Haferschleim, Möhrensuppe, Heilerde, schwarzer Tee und viele andere Dinge angepriesen. Teilweise funktionieren diese Mittel auch mit gutem Erfolg – dies ist jedoch Einzelfallabhängig und muss an jedem Pferd speziell ausprobiert werden. Auch das probiotische Futter hat von sich reden gemacht; hierbei sind ebenfalls gute Erfolge zu sehen-jedoch hilft es leider auch nicht jedem.

 

Von welcher Fütterung ist abzuraten?

Eine Silage oder Heulage-Fütterung ist kontraproduktiv-beides ist kein „Pferdefutter“ und zerstört zudem die Darmflora. Bei dieser Fütterung entstehen biogene Amine durch Fermentation-kurz gesagt also eine Vergärung. Allgemein Raufutter, welches säuerlich riecht und keinen einwandfreien Eindruck macht sollte man nicht verfüttern-hierbei sind auch Lagerschäden einzubeziehen. Oftmals sind im Grundfutter verschiedene Hefen, Pilzen, Bakterien etc. zu finden-eine gewisse  Anzahl ist unbedenklich für Pferde und wird bei der Futterentstehung nicht vermeidbar sein. Nimmt dies jedoch Überhand, wird das Pferd mit Problemen reagieren-auch in Form von Kotwasser.

Eine optimale Therapie oder die ultimative Therapie wird es bei Pferden mit Kotwasserproblematik nie geben-dafür sind die Pferde, Ihre Anforderungen, Voraussetzungen einfach zu unterschiedlich. Jedes Pferd reagiert anders auf die verschiedensten „Therapieansätze“. Zu der eigentlichen Ursachen-forschung empfehle ich zusätzlich den Patienten mit Akupunktur zu unterstützen-dies hat sich bereits als sehr sinnvolle Begleittherapie herausgestellt. Sprechen Sie mit dem Tierheilpraktiker Ihres Vertrauens, er wird Ihnen helfen, die richtige Fütterung, ggf. die Ursache und die richtige Therapie für Ihr Pferd zu finden.

 

Terminvereinbarung:

0176 - 78 76 07 50

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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